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Quelle: Felix Junker

Evangelische Kirche Waibstadt

Epfenbacher Str. 4, 74915 Waibstadt

Quelle: Felix Junker
Die evangelische Gemeinde in Waibstadt ist im Kraichgau vergleichsweise jung: Erst seit 1920 gibt es sie offiziell.
 
Da die Stadt Waibstadt traditionell katholisch geprägt ist, ist die evangelische Gemeinde lange klein und „Außenstelle“ anderer evangelischer Gemeinden:
Bis 1932 gehört sie zu Neckarbischofsheim, später zu Daisbach. Von hier aus wird die Gemeinde versorgt und verwaltet: Der Pfarrer kommt alle paar Wochen zum Gottesdienst. Zu Gemeindeveranstaltungen müssen die Waibstadter Evangelischen bei Wind und Wetter in die Nachbarorte laufen, später fahren.
 
Die schwierige Frage nach einem Platz, an dem Gottesdienst gefeiert werden kann, lösen die damals gerade 110 Evangelischen, indem sie 1910 ihre eigene, kleine Kirche bauen. Dafür sammeln die überwiegend aus der ärmeren Gesellschaftsschicht stammenden Gläubigen lange Geld. 1908 konnten sie dann - auch mit Hilfen von außen - ein Grundstück kaufen. Es lag noch weit außerhalb der Stadt, denn der Ankauf eines Grundstückes im Ortskern wurde den Evangelischen damals nicht gestattet.
 
Heute steht die Evangelische Kirche oberhalb der Bahnschienen im Wohngebiet Richtung Epfenbach. Es kann als Ironie der Geschichte betrachtet werden, dass die kleine Kirche am damaligen Ortsrand heute die schönste Aussicht über Waibstadt genießt.
 
In den 50er und 70er Jahren wurde die Kirche nach ästhetischen Maßstäben der damaligen Zeit renoviert und umgestaltet. Bis zum 100jährigen Jubiläum im Oktober 2010 wurde sie jedoch im Originalzustand weitgehend wiederhergestellt. Seit der Restaurierung befinden sich im Altarraum wieder der blaue, mit goldenen Sternen geschmückte Himmel und die Blumenornamente im Schiff der Kirche.
 
(Quelle: Stadt Waibstadt (Hg.): 1200 Jahre Waibstadt, Waibstadt 1995, 236f.)